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Kalender und Kontakte befreien

60 min Mittel
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Ein rechteckiger, bunt glasierter Blechkuchen mit Streuseln steht auf einem Tisch, angeschnitten in 7 mal 4 Reihen wie ein Kalender. Daneben ein abgeschnittenes Stück auf einem Teller mit drei brennenden Kerzen. Um den Kuchen herum liegen rosa Servietten, eine Gabel und dekorative Geschenkband-Schleifen. Illustration von Florian Biege

Dein Terminkalender ist mehr als nur eine Liste von Verabredungen. Wenn Du Deine Termine und Kontakte bei den US-Big-Tech-Plattformen wie Apple, Google oder Microsoft pflegst, fütterst Du diese Konzerne mit Details über Deinen Alltag – und den Adressen Deiner Bekannten! Wenn Du Dir also die Kontrolle über Deine Termine und Kontaktdaten zurückholen möchtest, bist Du hier richtig.

Durch offene Standards („CalDAV“ und „CardDAV“ sind Formate, die nahezu alle Kalender und Adressbücher verstehen) bist Du nicht an einen einzelnen Anbieter gebunden: Deine befreiten Kontakte und Termine funktionieren nahtlos auf Linux (Wechselrezept Windows zu Linux), Windows, macOS, Android oder iOS.

Alternative Zubereitungsarten

Wir zeigen Dir in unseren Wechselrezepten einen einfachen Weg für den Abschied von Big Tech, aber es gibt auch andere. Um es Dir leicht zu machen, haben wir uns aber auf einen Weg, wenige Möglichkeiten konzentriert – ohne damit zu sagen, dass andere Möglichkeiten schlechter wären. Über die Kriterien für „gut“, „weniger gut“ und „schlecht“ lässt sich trefflich streiten: Uns geht es auf DI.DAY um einfache Wege für den Abschied von Big Tech (und nicht um Purismus oder reine Lehre). Bei unseren Entscheidungen berät uns unser Fachbeirat.

Auf folgender Seite findest Du eine Übersicht über die Alternativen:

Zutaten

1 Prise Vertrauen in Open-Source-Anwendungen

für mehr Transparenz und Kontrolle über Dein Adressbuch und Deinen Kalender

1 neues „Zuhause“ für Deine Daten

bei einem Anbieter, der Deine Daten besser schützt

Deine bestehenden Kalender- und Kontaktdateien

als Exporte im .ics- und .vcf-Format von Google, Apple oder Microsoft

1 Programm, um Kalender und Kontakte zu nutzen

auf dem Handy zum Beispiel DAVx5, auf dem Desktop-Computer Thunderbird - eine praktische „Brücke“, um Kontakte und Kalender über Gerätegrenzen hinweg zu synchronisieren

Zubereitung

1 Die passende Basis wählen

Entscheide Dich für eine Alternative, die zu Deinem Alltag passt:

Viele europäische Provider bieten datenschutzfreundliche (DSGVO-konforme) Datenwolken für Deine Kalender und Adressbücher an, einige sogar mit Umzugsservice: Du kannst frei wählen, beispielsweise Mailbox.org, Posteo, Proton, Disroot oder Tuta (Tuta ist aufgrund der Verschlüsselungstechnik auf dem Handy nur mit Tuta-App verwendbar). Wenn du ohnehin schon mit Deinem E-Mail-Postfach Kunde bist, nutze den Anbieter künftig auch für Kontakte und Kalender.

(Fortgeschrittene können für ihren Kalender die eigene Datenwolke nutzen – Nextcloud bietet ein eigenes Kalendermodul an, hier findest Du ein eigenes Wechselrezept).

2 Raus aus dem Ofen (Daten exportieren)

Logge dich bei deinem alten Anbieter (Google/iCloud/Outlook) ein und exportiere deine Kalender als Datei (Dateiname endet meist auf „.ics“) sowie die Kontakte als vCard („.vcf“).

Der Ablauf ist ähnlich: Im Web‑Interface oder Programm den jeweiligen Kalender/Kontakte-Bereich öffnen, dann über Einstellungen/Mehr/Export eine Datei herunterladen.

Beispiel Google:

  • Am PC auf calendar.google.com gehen und anmelden
  • Rechts oben auf das Zahnrad → Einstellungen klicken.
  • Links „Importieren & Exportieren“ wählen.
  • Im Bereich „Exportieren“ auf Exportieren klicken.
  • Es wird eine ZIP‑Datei heruntergeladen, die eine oder mehrere .ics‑Dateien enthält.
  • Alternativ einzelnen Kalender: In der linken Spalte den Kalender wählen, zu den Kalendereinstellungen und dort „Diesen Kalender exportieren“.

Kontakte als .vcf (Google Kontakte)

  • Auf contacts.google.com gehen und mit dem Google‑Konto anmelden.
  • Links einen Kontaktbereich oder „Alle Kontakte“ wählen, ggf. Kontakte per Checkbox markieren.
  • Im Menü Mehr / … → Exportieren wählen.
  • Exportformat „vCard (für Android oder iOS )“ auswählen.
  • Download der Datei contacts.vcf starten.

Egal, ob Kalenderdateien oder Kontakte: sie landen bei dir im Ordner „Downloads“

3 Rein in den Ofen (Daten importieren)

Lade die heruntergeladenen Dateien bei Deinem neuen Anbieter wieder hoch. Deine Termine und Kontakte sind nun in einem System eingebunden, das keine Daten sammelt.

4 Umgewöhnung

Plane etwas Zeit für die Zubereitung ein, um dich mit der neuen Oberfläche vertraut zu machen.

5 Abschmecken

Die Synchronisation über mehrere Geräte, beispielsweise zu Deinem Handy, läuft über offene Standards.

Auf Android-Telefonen kannst Du dafür die App „DAVx5“ herunterladen - kostenpflichtig über Google Play, kostenlos im alternativen App-Store F-Droid. DAVx5 ist die praktische „Brücke“, um Kontakte und Kalender über Gerätegrenzen hinweg zu synchronisieren (ausführliche Anleitung für DAVx5). Installiere die App, füge den Account von Deinem neuen Anbieter hinzu – und schon kommen Kalender und Kontakte auch auf dem Handy an.

Du kannst Deine Termine jetzt in jeder Kalender-App sehen – statt der Google-App empfehlen wir zum Beispiel Etar.

Für Apple-Telefone (iOS) brauchst Du keine App: In iOS kannst Du den Account beim neuen Kalenderbetreiber unter „Mail/Accounts → Account hinzufügen → Andere → CalDAV/CardDAV“ einrichten.

Auf dem Computer (Linus, Windows, Apple) kannst Du Kalender und Kontakte entweder im Browser (siehe Browser-Rezept) Deines Vertrauens pflegen oder ein Programm wie Thunderbird nutzen.

Nachtisch

Eine ausführliche Wechselanleitung hat auch Mike Kuketz in seinem Blog geschrieben. Mailbox.org beschreibt den Wechsel für Neukunden ausführlich, die Universität Köln erklärt DAVx5.

Warum sich das Ganze lohnt: Offene Standards wie CalDAV sind plattformunabhängig und zukunftssicher, da sie nicht von einem einzelnen Konzern kontrolliert werden. Du bist nicht mehr darauf angewiesen, dass eine bestimmte Firma in zehn Jahren noch existiert, um auf deine Lebensplanung zuzugreifen.

Guten Appetit! Du hast einen riesigen Schritt zu mehr digitaler Unabhängigkeit gemacht.

And once you #DIDitteile unseren Wechselpost und inspiriere andere dazu, ihre digitale Privatsphäre selbst in die Hand zu nehmen!

Topping

Die erste Wahl für vollständige Unabhängigkeit ist eine eigene Cloud wie die Nextcloud. Sie bietet neben einem vollwertigen Kalender oder einem Adressbuch noch viel mehr: Eine Heimat für Deine Dateien, Dokumente oder sogar Videokonferenzen. Nextcloud lässt sich leicht auf einem eigenen oder gemieteten Server betreiben. In unserem Wechselrezept findest Du Einzelheiten – und weitere Alternativen.

Wechselrezept zum Teilen

Du kannst die Bilder als ZIP-Dateien herunterladen, um Deine Reise zu dokumentieren und zu teilen. Lade das Rezept herunter:

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