Windows zu Linux Mint
Illustration von Florian Biege
Wer Google oder Apple Maps nutzt, zahlt mit seinen Standortdaten. OpenStreetMap (OSM) hingegen ist das „Wikipedia der Karten“: gemeinschaftlich gepflegt, transparent und datenschutzfreundlich. Dieses Rezept zeigt dir, wie du den Umstieg ohne Orientierungsverlust schaffst, wenn Du Dich für das Kartenwikipedia entscheiden willst.
Wir zeigen Dir in unseren Wechselrezepten einen einfachen Weg für den Abschied von Big Tech, aber es gibt auch andere. Um es Dir leicht zu machen, haben wir uns aber auf einen Weg, wenige Möglichkeiten konzentriert – ohne damit zu sagen, dass andere Möglichkeiten schlechter wären. Über die Kriterien für „gut“, „weniger gut“ und „schlecht“ lässt sich trefflich streiten: Uns geht es auf DI.DAY um einfache Wege für den Abschied von Big Tech (und nicht um Purismus oder reine Lehre). Bei unseren Entscheidungen berät uns unser Fachbeirat.
Auf folgender Seite findest Du eine Übersicht über die Alternativen:
Android oder iOS.
für Einsteiger zum Beispiel Organic Maps, CoMaps (schnell, übersichtlich, komplett offline) – für Profis OsmAnd (extrem funktionsreich, viele Ebenen).
falls Du gespeicherte Orte exportieren möchtest. Bei Apple ist der Export leider mühsamer.
Apple / Google Maps sind All-in-One-Lösungen. In der OSM-Welt wählst Du die App, die zu Deinem Stil passt. Lade Dir CoMaps oder Organic Maps herunter, wenn Du einfach nur stressfrei von A nach B kommen willst, oder OsmAnd, wenn Du auch Wanderwege und kleinste Details suchst.
Im Gegensatz zu Google Maps basieren OSM-Apps darauf, dass Du Kartenmaterial vorab herunterlädst. Öffne die App und lade zum Beispiel Dein Bundesland oder Deine Region herunter. Vorteil: Du navigierst ab jetzt ohne Datenverbrauch und auch im Funkloch absolut flüssig.
Hast Du viele Sterne bei Google Maps? Apple erlaubt nach unseren Recherchen leider nur, Lesezeichen für Lesezeichen einzeln in die neue App zu kopieren. Bei Android geht das auch „am Stück“:
Lösche Google oder Apple Maps nicht sofort, aber verbanne die App vom Startbildschirm. Platziere deine neue OSM-App genau dort, wo vorher das Google-Icon war. Deine Gewohnheiten werden Dich in den ersten Tagen automatisch dorthin führen.
…nicht mehr bei jedem Schritt getrackt zu werden. Du wirst merken: Die Karten sind oft viel detaillierter, wenn es um Fußwege, Hausnummern oder kleine POIs (Points of Interest) geht. (Dieses Rezept hat DI.DAY-Fan Olaf Zelesnik für uns geschrieben.)
…sind aus unserer Sicht andere alternative Angebote: Hinter der niederländischen Firma HereWeGo (ursprünglich Nokia Maps) steht ein Konsortium aus Audi, BMW und Mercedes Benz. Sie nutzt eigenes Kartenmaterial, überträgt Nutzendendaten aber u. a. an Facebook & Google. Standort- und Verkehrsdaten werden anonym erfasst. Waze (aus dem Google-Konzern) und MapsMe emfehlen wir ebenso nicht, weil Nutzende getrackt werden. Auch die Outdoor-App Komoot nimmt Kontakt zu Google, Facebook und anderen Servern auf und überträgt Daten.
And once you #DIDit – teile unseren Wechselpost und inspiriere andere dazu, ihre digitale Privatsphäre selbst in die Hand zu nehmen!
Das kleine Berliner Angebot lokjo konzentriert sich auf OSM-Basis auf lokale Händler und Unternehmen – nach eigenen Angaben ohne Cookies und Tracking.
Wenn dir auffällt, dass ein neuer Bäcker in deiner Straße fehlt, kannst du ihn bei OpenStreetMap selbst eintragen. So wirst du vom Konsumenten zum Mitgestalter der Weltkarte. Richtig Spaß macht das auf Android-Geräten mit der App Street Complete, in der Du in Deiner Umgebung mit Karteninfos helfen und Abzeichen verdienen kannst (für die Ehre!).