Kalender und Kontakte befreien
Illustration von Florian Biege
Stell Dir vor, Du hast jahrelang Deine wichtigsten Dateien, Fotos und Dokumente (vielleicht auch sensible Passwörter) in die HĂ€nden von Konzernen wie Apple, Google, Microsoft oder Dropbox gelegt â und zwar ohne zu wissen, ob diese Unternehmen Deine Daten vielleicht an die US-Behörden weitergeben. Klingt wie ein schlechter Krimi, ist aber die RealitĂ€t. Mit dem Cloud Act können US-Unternehmen gezwungen werden, Deine Daten an staatliche Stellen herauszugeben â selbst wenn diese Daten in europĂ€ischen Rechenzentren liegen. Und das, ohne Dich zu informieren oder Dich vorher zu warnen. Ein Albtraum fĂŒr jeden, der seine PrivatsphĂ€re ernst nimmt.
Doch es gibt Möglichkeiten, die Kontrolle zurückzugewinnen: Mit den richtigen Alternativen kannst Du Deine Daten in sichere Hände legen – geschützt durch europäischen Regeln (DSGVO) und souverän. Keine Abhängigkeit mehr von Giganten, keine Sorgen mehr um unerwünschte Zugriffe – sondern digitale Freiheit. Wenn Du Deine Daten nicht mehr auf den Servern von US-Konzernen parken möchtest, wo sie oft nur per Abo und unter Cloudzwang zugänglich sind, wähle eine freie Alternative.
Wir zeigen Dir in unseren Wechselrezepten einen einfachen Weg für den Abschied von Big Tech, aber es gibt auch andere. Um es Dir leicht zu machen, haben wir uns aber auf einen Weg, wenige Möglichkeiten konzentriert â ohne damit zu sagen, dass andere Möglichkeiten schlechter wĂ€ren. Ăber die Kriterien fĂŒr âgutâ, âweniger gutâ und âschlechtâ lĂ€sst sich trefflich streiten: Uns geht es auf DI.DAY um einfache Wege fĂŒr den Abschied von Big Tech (und nicht um Purismus oder reine Lehre). Bei unseren Entscheidungen berĂ€t uns unser Fachbeirat.
Auf folgender Seite findest Du eine Übersicht über die Alternativen:
Fotos, Texte, Tabellen, Bücher - was auch immer Du digital gespeichert hast
zum Beispiel Google, Apple oder Microsoft
Wir empfehlen zum Beispiel Proton Drive, Mailbox.org, pCloud oder ionos Cloud.
Logge Dich bei Deinem bisherigen Anbieter ein.
Google Drive
OneDrive von Microsoft
Apple
Am schnellsten gehtâs ĂŒber privacy.apple.com â dort kannst Du mit ein paar Klicks eine Kopie aller Deiner Apple-Daten anfordern. Die wird Dir dann als Download-Link zugeschickt.
Wer lieber selbst auswählt, was er mitnimmt, kann das auch manuell tun:
Dropbox
Wenn Du eine Datei heruntergeladen hast, die mit â.zipâ endet, entpacke sie auf Deinem Computer (rechter Mausklick, âhier entpackenâ).
Ordne Deine Daten neu, lösche dabei beispielsweise mehrfach vorhandene Backups (um Platz zu sparen). Räume auf – mit neuen Ordnern wie „Arbeit“, „Privat“, „Kreativ“ oder „Fotos“ – was Dein Herz begehrt.
Diese Alternativen sind nicht nur DSGVO-konform, sondern auch anwender:innenfreundlich (es gibt viele weitere Anbieter - hier sind weitere Übersichten):
Lade Deine Fotos und sonstigen Dokumente und Dateien auf die Cloud Deines neuen Anbieters hoch (behalte aber ein Backup auf einer externen Festplatte). Die Anbieter bieten oft eigene Tipps und Tricks. Es gibt mehrere Wege.
Browser-Upload - für kleinere Datenmengen oder wenn du schnell einzelne Ordner sichern willst:
Desktop-Synchronisation - oft stabiler als ein Upload über den Browser, besonders bei großen Dateien:
Wenn Du viele Daten hast oder möchtest, dass Dein lokaler Rechner immer auf dem gleichen Stand wie Deine Cloud ist, solltest Du ein Programm installieren, dass den Abgleich für Dich übernimmt („Client“):
Hast Du bei Big Tech Abonnements abgeschlossen für zusätzlichen Speicherplatz? Du kannst sie jetzt kündigen.
Achte beim Umzug Deiner Dokumente (Texte, Tabellen) darauf, künftig das OpenDocument-Format (.odt, .ods) zu nutzen (siehe unser Libre-Office-Rezept). Programme wie LibreOffice können die Microsoft-Formate (.docx, .xlsx) lesen - Speichern im offenen Standard ist aber der sicherste Weg, um langfristig âFormat-Chaosâ und AbhĂ€ngigkeiten von Konzernen zu vermeiden.
And once you #DIDit â teile unseren Wechselpost und inspiriere andere dazu, ihre digitale PrivatsphĂ€re selbst in die Hand zu nehmen!
Statt Dir eine Cloud zu mieten, kannst Du auch Deine eigene Datenwolke fliegen lassen: Am einfachsten finden wir die Nextcloud â eine Open-Source-Kollaborationsplattform, die (fast) alles kann: Dateien, Officeprogramme, Chat, Videocalls und mehr. Du kannst eine Nextcloud mieten oder selber hosten (z. B. auf einem Raspberry Pi oder einem gemieteten Server). Unser Rezept erklĂ€rt Dir die Nextcloud-Zubereitung.