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Mint à la Carte (mit Zimt­geschmack)
Linux einfach vorkosten

60 min Mittel
Zum Rezept
Leckerer Cocktail mit Minze und Limetten Illustration von Florian Biege

Windows sammelt fleißig Nutzendendaten: welche Apps wann genutzt werden, teilweise sogar Details aus Dokumenten. Ohne Windows-Konto lassen sie sich nicht nutzen – und wer einmal gefangen ist im Big-Tech-Öko-System, kommt schwer wieder heraus.

Dieses Rezept ist perfekt für alle, die Microsoft aus ihrer Küche verbannen wollen, aber noch die Sorge haben, dass Ihnen etwas fehlen könnte. Das Geheimnis: Wir bereiten das schicke Open-Source-System Linux so zu, dass Du es erst probieren kannst, bevor Du Windows ganz verbannst.

Alternative Zubereitungsarten

Wir zeigen Dir in unseren Wechselrezepten einen einfachen Weg für den Abschied von Big Tech, aber es gibt auch andere. Um es Dir leicht zu machen, haben wir uns aber auf einen Weg, wenige Möglichkeiten konzentriert – ohne damit zu sagen, dass andere Möglichkeiten schlechter wären. Über die Kriterien für „gut“, „weniger gut“ und „schlecht“ lässt sich trefflich streiten: Uns geht es auf DI.DAY um einfache Wege für den Abschied von Big Tech (und nicht um Purismus oder reine Lehre). Bei unseren Entscheidungen berät uns unser Fachbeirat.

Auf folgender Seite findest Du eine Übersicht über die Alternativen:

Zutaten

1 USB-Stick

Mindestens 8 GB.

1 Portion Linux Mint

Wir empfehlen die Geschmacksrichtung „Cinnamon“ (Zimt), weil sie Windows-Nutzer*innen besonders vertraut vorkommt.

1 Etcher

Das Programm „BalenaEtcher“ (auch „Rufus“ funktioniert), um den Stick vorzubereiten („bootfähig zu machen“).

1 bestehendes Windows-System (10 oder 11) zur Vorbereitung der Zutaten

Oder Du nutzt erst einmal einen älteren PC, der sich über das neue Linux Mint freut, weil er laut Microsoft angeblich zu „schwach“ für Windows 11 ist.

Neugier statt Angst

Es kann nichts passieren, weil wir im Ausprobier-Modus arbeiten. Zu einem Backup Deiner Daten raten wir dennoch – kann nie schaden!

Zubereitung

1 Den USB-Stick vorbereiten

Statt Linux gleich fest zu installieren, erstellen wir ein „Live-System“ zum Ausprobieren. Das ist wie eine Kostprobe im Supermarkt: Du siehst und nutzt alles, aber an Deinem Computer wird nichts dauerhaft verändert.

  1. Lade Linux Mint von der offiziellen Seite – ein sogenanntes „ISO“-Bild.
  2. Stick „flashen“ mit „Rufus“ oder „BalenaEtcher“. Dazu startest Du eines der beiden Programme, wählst das heruntergeladene ISO-Bild und drückst auf „Start“. Das Programm kopiert dann die heruntergeladene ISO-Bild einfach auf den USB-Stick wie auf eine normale Festplatte. Du könntest sogar mehrere Linux-Varianten gleichzeitig auf den Stick legen und nacheinander „verkosten“.

2 Den „Vorkoster-Modus“ starten

Jetzt kommt der Moment der Wahrheit, vielleicht etwas komplizierter, aber ganz ohne Risiko:

  1. Du sagst Deinem Computer, dass er vom Stick starten („booten“) soll (und nicht von der Festplatte): Starte deinen Rechner neu und wähle den USB-Stick als Startmedium. Dafür musst Du ins BIOS, das Basismenü Deiner Hardware (meist, indem Du die F12-, F11- oder Entf-Taste beim Hochfahren drückst, auch mehrfach). Wähle hier im „Boot-Menu“ den USB-Stick aus oder schiebe ihn an erste Position (eine ausführliche Anleitung findest Du auch in diesem Blog).
  2. Das Live-System genießen: Linux Mint startet nun komplett vom USB-Stick. Deine Windows-Daten bleiben unangetastet auf der Festplatte, während Du Linux Mint ausprobieren kannst.
  3. Der Hardware-Check: Prüfe, ob WLAN, Ton und Bluetooth direkt funktionieren. Da Linux heute die meisten Treiber direkt mitbringt, klappt das meistens sofort.

3 In der neuen Küche umschauen

Nutze die Zeit im „Live-Modus“ für ein „Probe-Kochen“:

  • Menuführung: Klicke unten links auf das Startmenü (mit dem LM-Symbol für „Linux Mint“): Es fühlt sich fast an wie bei Windows, nur ohne Datenpreisgabe und anderer nervige Microsoft-Spezialitäten.
  • Software-Regal: Öffne die „Anwendungsverwaltung“. Hier findest du alle Programme von LibreOffice über Firefox bis hin zu „Steam“ (für Gaming) – übersichtlich wie in einem App-Store.

4 Abschmecken (Wann wird es ernst?)

Dann kannst Dich für den kompletten Abschied von Windows oder MacOS entscheiden, wenn Du Dich im Live-System absolut sicher fühlst und alles getestet hast. 

  • Das Backup ist nun Pflichtzutat: Bevor du die „echte“ Installation startest, sichere deine Daten auf einer externen Festplatte.
  • Die Installation: Klicke auf dem Desktop im Live-System (vom USB-Stick) auf das Icon „Linux Mint installieren“. Der Assistent führt dich durch die Schritte – fortan startet Dein Rechner immer mit Linux Mint!

Nachtisch

1 Risikofrei testen

Durch den USB-Stick-Fokus kannst du Linux für einige Tage oder Wochen testen, ohne gleich Windows zu löschen. 

2 Digital souverän

Du entscheidest, welche Daten geteilt werden. Keine nervigen Pop-ups für Werbetracking oder Kontenzwänge.

3 Nachhaltigkeit

Linux Mint läuft oft auch auf Hardware, die für Windows 11 vermeintlich „zu alt“ ist, und rettet so deinen treuen Laptop oder Desktop vor der Elektroschrott-Presse.

Guten Appetit! Du hast einen riesigen Schritt zu mehr digitaler Unabhängikeit gemacht.

And once you #DIDitteile unseren Wechselpost und inspiriere andere dazu, ihre digitale Privatsphäre selbst in die Hand zu nehmen!

Topping

Für Vorsichtige: Du kannst Linux Mint auch erst im Browser testen. Oder Dir ein Gerät kaufen, auf dem Linux schon vorinstalliert ist: eine gute Händler-Übersicht.

Für Mutige: Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Linux-Varianaten – beispielsweise speziell für Gaming oder andere Zwecke. Beim Distro-Chooser kannst Du herausfinden, welche besonders gut zu Dir passt.

Für alle: Hol dir ein paar Freunde zur „Linux-Verkostung“ an den Küchentisch – und wenn du beim Nachwürzen Hilfe brauchst: Komm einfach zu einem der Linuxwechsel‑Treffem unter termine.di.day mit sehr freundlichen „Küchenhelfern“.

Für Apple-Nutzende: Bei macOS-Geräten kann der Umstieg einfach sein, es kann – abhängig vom Gerät – aber auch etwas komplizierter werden. Die Einzelheiten sparen wir uns für ein weiteres Rezept auf.

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