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Nextcloud - Deine eigene Wolke

45 min Einfach
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Alt-Text: Eine stilisierte, blau glasierte Torte steht auf einem eleganten Tortenständer. Oben ist sie mit mehreren kleinen, weißen Baisers dekoriert, die mit blauen Zuckerkügelchen verziert sind. Auch der Rand der Torte ist mit solchen Kügelchen bestreut. Auf der Seite der Torte ist mehrfach das Nextcloud-Logo in Weiß zu sehen. Illustration von Florian Biege

Wenn Du Kalender, Kontakte, Daten, Chats und mehr an einem Ort haben möchtest, gibt es mehrere Varianten: Du kannst bei Anbietern wie mailbox.org, Ionos oder Proton vollständige Arbeitsplatzwerkzeuge anmieten.

Oder Du richtest Deine eigene Wolke ein – vielleicht auch für die ganze Familie oder Dein kleines Unternehmen. Mit einer Nextcloud wird das möglich, der neue Anbieter OpenCloud entwickelt etwas ähnliches. Beim Unternehmen Nextcloud kannst Du eine eigene Wolke für Deine Firma übrigens ausprobieren.

Die Open-Source-Alternative zu iCloud, Google Drive und Teams ist mit europäischem Recht (DSGVO) konform. Und die Einrichtung ist einfacher, als Du denkst. Hier erfährst Du, wie das geht und wie Du mit der in Deutschland entwickelten Nextcloud Deine digitale Unabhängigkeit selbst in die Hand nimmst.

Alternative Zubereitungsarten

Wir zeigen Dir in unseren Wechselrezepten einen einfachen Weg für den Abschied von Big Tech, aber es gibt auch andere. Um es Dir leicht zu machen, haben wir uns aber auf einen Weg, wenige Möglichkeiten konzentriert – ohne damit zu sagen, dass andere Möglichkeiten schlechter wären. Über die Kriterien für „gut“, „weniger gut“ und „schlecht“ lässt sich trefflich streiten: Uns geht es auf DI.DAY um einfache Wege für den Abschied von Big Tech (und nicht um Purismus oder reine Lehre). Bei unseren Entscheidungen berät uns unser Fachbeirat.

Auf folgender Seite findest Du eine Übersicht über die Alternativen:

Zutaten

1 Anbieter

als Heimat für Deine Wolke

1 Portion Neugier

weil Selbsthosting immer ein kleines Abenteuer ist

1 Computer

für die Einrichtung und Nutzung

Zubereitung

1 Die Wolke mieten

Deine Nextcloud kannst Du vorkonfiguriert und sofort nutzbar anmieten. Die meisten Anbieter kümmern sich um Updates und regelmäßige Backups Deiner Daten – Du bist nicht in erster Linie Administrator, sondern vor allem Nutzender.

Einige Anbieter dafür:

  • MagentaCloud von der Telekom ist eine deutsche Cloud mit Nextcloud-Integration und 15 GB kostenlosem Speicher für Telekom-Kunden, 3 GB für nicht-Kunden (bis zu 1 TB erweiterbar). Die Preise starten bei 1,95 €/Monat für 100 GB. MagentaCloud ist also besonders für Telekom-Kunden interessant.
  • Ossrox ist ein deutscher Anbieter mit Fokus auf Datenschutz und DSGVO. Die Preise starten ab 4,99 €/Monat für 5 GB Speicher und sind skalierbar bis 1 TB. Es gibt eine 14-tägige kostenlose Testphase.
  • Ionos ist ein weiterer deutscher Anbieter, der Nextcloud als Teil seines Cloud-Portfolios anbietet. Die Preise beginnen bei 4,90 €/Monat für 10 GB Speicher. ionos bietet deutsche Server und einfache Einrichtung.
  • Mail.de ist ein deutscher E-Mail- und Cloud-Anbieter, der Nextcloud als Teil seines Pakets anbietet. Die Preise beginnen bei 5 €/Monat für 10 GB Speicher, inklusive E-Mail, Kalender und Kontakte. Mail.de kombiniert Cloud-Speicher mit sicheren E-Mail-Diensten.

Wähle einen Anbieter und buche ein Nextcloud-Paket. Folge dem Einrichtungsassistenten, melde Dich an und lege einen Admin-Account fest. Starte direkt mit dem Hochladen deiner Daten. Fertig! Du hast jetzt eine voll funktionsfähige, DSGVO-konforme Cloud – ohne Server-Administration.

2 Nextcloud einrichten – Erste Schritte

Jetzt geht’s ans Eingemachte:

  • Apps installieren (nach Bedarf): Nextcloud ist modular – Du kannst Dir die Apps installieren, die Du wirklich brauchst. Beliebte Apps sind OnlyOffice oder Collabora Online für Office-Dokumente, Nextcloud Talk für Videoanrufe und Chats, Contacts & Calendar für Adressbuch und Kalender, Notes für Notizen, Deck für Projektmanagement, Photos für Fotos und News für RSS-Feeds. Gehe in der Nextcloud-Weboberfläche zu „Apps“ (links in der Seitenleiste). Suche nach der gewünschten App und klicke auf „Installieren“.
  • Daten umziehen: Alte Daten aus dem Cloudbackup in Nextcloud übertragen (Hilfe gibt unser Cloud-Rezept).
  • Kontakte & Kalender umziehen (siehe Kalender-Rezept): Gehe in Nextcloud zu „Contacts“ oder „Calendar“. Klicke auf „Importieren“ und wähle die exportierte .vcf/.ics-Datei aus.
  • Apps herunterladen: Lade das Nextcloud-Desktopprogramm (für Windows, macOS oder Linux) oder die Nextcloud-App (für Dein Android- oder iOS-Handy) herunter.
    Es gibt viele weitere Apps für Handy und Desktop, die mit den Nextcloud-Modulen „sprechen“: unter anderem Nextcloud Talk (für Chat und Videokonferenz), Passwords (für Passwörter) oder Deck (für Projektmanagement).
  • Synchronisierung einrichten: Verbinde die installierten Handy-Apps oder Desktop-Programme mit Deiner Wolke: Gib dazu die Webadresse Deiner Wolke ein - Du wirst nach Benutzernamen und Passwort gefragt. Wähle aus, welche Ordner synchronisiert werden sollen. In unserem Kalender-Rezept geben wir Dir Tipps dazu, wie Du Kalenderdaten und Kontakte zum Handy synchronisieren kannst.

Nachtisch

1 Sicherheit & Backups – Für langfristigen Genuss

  • Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten für mehr Sicherheit („Einstellungen“ > „Sicherheit“ und richte die 2FA ein)
  • Sorge für regelmäßig Backups (automatischer oder manuell)
  • Aktualisiere Nextcloud und Deine Server-Software regelmäßig (bei einer gemieten Nextcloud übernimmt das der Anbieter oft automatisch).

Guten Appetit! Du hast einen riesigen Schritt zu mehr digitaler Unabhängigkeit gemacht.

And once you #DIDitteile unseren Wechselpost und inspiriere andere dazu, ihre digitale Privatsphäre selbst in die Hand zu nehmen!

Topping

Wer tiefer einsteigen will, kann seine Nextcloud selbst betreiben: Die Open-Source-Software kann auf jedem Server im Web oder zu Hause installiert werden. Manche Anbieter (wie Hetzner Cloud, Webgo oder All-inkl) erlauben eine Installation mit einem Click („1-Click-Install“), bei anderen sind tiefere Kenntnisse erforderlich. Mike Kuketz hat in seinem Blog ein Nextcloud-Tutorial veröffentlicht.

Neben der Nextcloud kannst Du Deine Daten auch zu Hause auf einer eigenen „NAS“ (Network Attached Storage) speichern, einem Laufwerk, das im Netzwerk von mehreren Computern genutzt werden kann. Einige Anbieter dafür sind Synology, Ugreen oder auch FRITZ mit der Fritz!NAS.

Wechselrezept zum Teilen

Du kannst die Bilder als ZIP-Dateien herunterladen, um Deine Reise zu dokumentieren und zu teilen. Lade das Rezept herunter:

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