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Android-Handy ohne Google

30 min Einfach
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Illustration eines Holzbretts mit kleinen, quadratischen Schwarzbroten, die wie die Tasten eines Handys angeordnet sind. Jedes Brot ist mit verschiedenen Zutaten wie Gemüse, Obst, Kräutern und Saucen belegt. Im Hintergrund liegen ein Block Käse, eine Schüssel mit Dip und verstreute Zutaten wie Tomaten und Frühlingszwiebeln." Illustration von Florian Biege

Wir schreiben das Jahr 2026. Der gesamte Handymarkt ist von Google und Apple besetzt. Der gesamte Handymarkt? Nein! Von unbeugsamen Entwicklern bevölkerte Ecken des Internets hören nicht auf, den Monopolen Widerstand zu leisten…

Google und Apple beherrschen die Handymärkte ­– und Handys beherrschen zunehmend unser Leben. Kaum eine Bank, die ihre Dienste ohne Smartphone nutzbar hält, kaum ein Nahverkehrsverbund, der sich einfach ohne Handy nutzen ließe. Damit kommen Apple und Google an Daten aus vielen Lebensbereichen. Und nun erschwert es Google auf seinen Handys auch noch, Apps aus alternativen Quellen zu installieren. Angeblich soll das Handynutzer*innen schützen, es würgt aber vor allem Playstore-Alternativen ab.

Wenn Du weiter frei entscheiden möchtest, was auf Deinem Handy läuft, empfehlen wir Geräte mit einem offene(re)n Betriebssystem, die Du online kaufen kannst: unser Rezept für Google-frei(er)e Handys, ganz ohne IT-Bastlerkenntnisse und Risiken. Apple-Telefone bieten diese Offenheit übrigens nicht - sie funktionieren nur mit Apples Betriebssystem.

Alternative Zubereitungsarten

Wir zeigen Dir in unseren Wechselrezepten einen einfachen Weg für den Abschied von Big Tech, aber es gibt auch andere. Um es Dir leicht zu machen, haben wir uns aber auf einen Weg, wenige Möglichkeiten konzentriert – ohne damit zu sagen, dass andere Möglichkeiten schlechter wären. Über die Kriterien für „gut“, „weniger gut“ und „schlecht“ lässt sich trefflich streiten: Uns geht es auf DI.DAY um einfache Wege für den Abschied von Big Tech (und nicht um Purismus oder reine Lehre). Bei unseren Entscheidungen berät uns unser Fachbeirat.

Auf folgender Seite findest Du eine Übersicht über die Alternativen:

Zutaten

1 Smartphone…

… fertig installiert kaufen. Du kannst alternative Betriebssysteme aber auch selbst installieren, siehe Topping.

1 Backup Deiner Daten…

… vom alten Handy: Kontakte, Fotos, Apps, Chatnachrichten.

1 Portion Neugier…

… und etwas Geduld und Toleranz, wenn nicht gleich alles auf Anhieb funktioniert.

Zubereitung

Plug & Play für Datenschutz: Bei vielen Onlinehändlern kannst Du fertige Telefone (fast) ohne Google mit vorinstallierten, unabhängig entwickelten Betriebssystemen auf Basis von Android kaufen. Die Geräte nutzen auch oft andere Appstores (wie F-Droid, Aurora Store) sowie Open Source Apps. Möglich, dass manche Anwendungen nicht (sofort) funktionieren. Und auf Dienste wie Google Pay darfst/musst Du verzichten.

Murena setzt auf /e/OS, ein datenschutzfreundliches Android ohne Google-Dienste, inklusive integrierter Cloud und eigenem App-Ökosystem mit „Advanced Privacy“. Ab 400 € bekommst Du ein Gerät (zum Beispiel Fairphone, SHIFTphone oder Pixel), das Dich nicht trackt – sondern Dir dient.

Die Genossenschaft Commown bietet nachhaltige Hardware wie das Fairphone 4 oder PinePhone mit /e/OS, Ubuntu Touch oder PureOS an – und das auch gemietet. Perfekt für alle, die nicht kaufen, sondern teilen wollen.

Fairphone ist der Klassiker für ethische Produktion: Das Fairphone 4/5 läuft mit Fairphone OS (Android ohne Google-Bloatware, aber mit Google Playstore und einigen Google-Trackern) oder /e/OS (über Murena oder Commown, siehe oben). Modular, reparierbar und langlebig – ab 600 €.

Mit dem Shiftphone 8 bekommst du ShiftOS (Android ohne Google). Du kannst aber auch mit etwas Aufwand ShiftOS L (Light – ohne Google-Dienste oder den Playstore) oder /e/OS installieren. Made in Hessen, nachhaltig und langlebig. Ab 600 €.

Nachtisch

Für noch Experimentierfreudigere und Linux-Fans gibt es das Volla Phone Quintus oder Plinius mit VollaOS: Dual-Boot mit Ubuntu Touch, bei Start lässt entweder ein Android-Betriebssystem (Volla OS) oder Ubuntu Touch starten. Das Telefon bietet ablenkungsfreies Design und maximale Freiheit: ab 600 €. Auf der Website gibt es eine gute Übersicht über die Vor- und Nachteile der beiden Betriebssysteme.

Fast namensgleich bietet das Jolla Phone mit SalfishOS ein eigens Linux-Betriebssystem. Das Projekt begann in der Zeit der Nokia-Dominanz auf dem Handymarkt, als Entwickler auf ein offenes Betriebssystem setzen wollten, aber im Konzern keine Unterstützung erhielten. Noch erscheint uns manches recht experimentell – sicherlich nichts für Menschen, die lieber surfen als basteln.

Guten Appetit! Du hast einen riesigen Schritt zu mehr digitaler Unabhängigkeit gemacht.

And once you #DIDitteile unseren Wechselpost und inspiriere andere dazu, ihre digitale Privatsphäre selbst in die Hand zu nehmen!

Topping

Wer kein fertig installiertes Telefon kaufen möchte, kann auf vielen Telefonen auch ein (weitgehend) Google-freien Betriebssystems selbst installieren. Nicht jedes Telefon ist für jedes Betriebssystem geeignet: Das Telefon muss ROOT-Zugriff („Wurzel“) auf die tiefsten Software-Ebenen erlauben. Vorsicht: Du könntest Deine Garantieansprüche gegenüber dem Hersteller verlieren. Installationsanleitungen findest Du auf den Internet-Seiten der verschiedenen Betriebssysteme.

GrapheneOS ist die Sicherheitsfestung für Dein Smartphone: Entwickelt für Googles Pixel 6 bis 10 (bald auch Motorola), setzt Graphene auf einen „gehärteten Kernel“ und „Sandboxing“, schottet Deine Apps also besser von außen ab als Google. Graphene kommt komplett ohne Google-Apps aus und ist ideal für alle, die Kompromisse bei der Sicherheit nicht in Kauf nehmen wollen.

Mit /e/OS bekommst du Datenschutz und Benutzerfreundlichkeit in einem: Das Betreibssystem unterstützt eine breite Handy-Palette (inkl. Fairphone und Shiftphone) und bietet ein eigenes App-Store-Ökosystem mit „Advanced Privacy“ sowie eine integrierte Nextcloud. Perfekt für den einfachen Einstieg in die Google-freie Welt.

LineageOS steht für Stabilität und Kompatibilität: Es lässt sich auf hunderten Geräten installieren – ein reines Android ohne Google mit langen Update-Garantien. Der Klassiker für alle, die ein zuverlässiges, offenes System suchen.

Iodé geht noch einen Schritt weiter: Neben einem Google-freien Android bietet es eine integrierte Firewall und microG-Option, um Tracking effektiv zu blockieren, aber manchen für einige Apps (z. B. Banking) notwendigen Google-Dienst zu nutzen. Für alle, die maximale Privatsphäre wollen, ohne auf Komfort zu verzichten.

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