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Fotos ohne Google, Apple & Co.

90 min Mittel
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Illustration mit rechteckigen Kuchenstücken in verschiedenen Farben auf einer leicht türkisen Kuchenplatte. Die Glasur besteht aus einem weißen Rand um farbige, rechteckige Fruchtbeläge herum. Beides erinnert optisch an Polaroid-Fotos. Illustration: Florian Biege

Hast Du im Urlaub den Geschmack der Freiheit gekostet? Dann sollten Deine neuesten Urlaubsfotos nicht in einem geschlossenen System gefangen sein! Denn hier bestimmen andere die Regeln, Deine Urlaubsschnappschüsse werden zum KI-Trainingsmaterial und helfen den Big-Tech-Bossen, mehr über Dich, Deine Familie und Deinen Urlaub zu erfahren.

Genauso frei, wie Du Dich im Urlaub fühlst, sind Deine Fotos, wenn Du sie in Open-Source-Alternativen speicherst.

Alternative Zubereitungsarten

Wir zeigen Dir in unseren Wechselrezepten einen einfachen Weg für den Abschied von Big Tech, aber es gibt auch andere. Um es Dir leicht zu machen, haben wir uns aber auf einen Weg, wenige Möglichkeiten konzentriert – ohne damit zu sagen, dass andere Möglichkeiten schlechter wären. Über die Kriterien für „gut“, „weniger gut“ und „schlecht“ lässt sich trefflich streiten: Uns geht es auf DI.DAY um einfache Wege für den Abschied von Big Tech (und nicht um Purismus oder reine Lehre). Bei unseren Entscheidungen berät uns unser Fachbeirat.

Auf folgender Seite findest Du eine Übersicht über die Alternativen:

Zutaten

1 Prise Vertrauen in Open Source

für echte Kontrolle und Transparenz über Deine privaten Erinnerungen

Dein bevorzugter Speicherort

– ein datenschutzfreundlicher gehosteter Web-Cloud-Dienst oder sogar ein eigener Server (ein Netzwerkspeicher, genannt „NAS“, oder ein „Raspberry Pi“ im Keller).

1 Prise Geduld

für den Erst-Export Deiner Daten mit Google Takeout oder manuell (siehe Wechselrezept Datenclouds)

Zubereitung

1 Die passende Basis wählen

Suche Dir den Speicherort für Deine Fotos aus, der am besten zu Dir passt. Hier sind einige Alternativen.

Bietet eine schöne Timeline und bereinigt automatisch doppelte Fotos („Duplikat-bereinigung“). Komplett unter Deiner Kontrolle, allerdings musst Du Immich selbst auf einem Server betreiben. Das ist nicht für jeden etwas.

Dir schmecken die Vorteile von Immich, möchtest aber nicht Deinen eigenen Server verwalten? Bei Pixelunion bekommst Du Immich als Fertiggericht, immerhin 16 Gigabyte gibt es kostenlos zum Ausprobieren. Auch Peak Networks (Schweiz), Ossrox (Deutschland) oder elestio (Irland) bereiten Immich für Dich zu – mit unterschiedlichen Konditionen.

Du nutzt eh schon Nextcloud für Dein digitales Leben (siehe Wechselrezept Nextcloud)? Mit der App Memories bekommst Du eine Fotoverwaltung für Deine Nextcloud.

Wenn Dir Ende-zu-Ende-Verschlüsselung besonders wichtig ist, kannst Du Ente Photos aus Indien (mit Servern in der EU) ausprobieren: Deine Fotos werden bereits auf Deinem Gerät verschlüsselt, bevor sie den Speicherort erreichen. Bei Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kann selbst der Anbieter die Fotos nicht mehr einsehen – ein großer Vorteil gegenüber anderen Diensten. Ente bietet Dir 10 Gigabyte Speicherplatz zum Ausprobieren kostenlos an.

2 Anrichten & Umgewöhnen

Befreie Deine Fotos: Fordere Deine Fotobibliothek über Tools wie Google Takeout an (siehe Rezept Datenclouds) oder übertrage sie auf Dein lokales Speichermedium. Es gibt dazu auch eigene Anleitungen von Pixelunion (Fotos von Google befreien) und Ente (Fotos von Google oder von Apple befreien).

App verbinden: Installiere die zur neuen Fotoheimat passende App (siehe oben) auf Deinem Smartphone und/oder Deinem Desktop-Computer und aktiviere das automatische Hintergrund-Backup.

3 Abschmecken

Zuerst Ordnerstrukturen aufräumen: Nutze Funktionen wie das „Storage Template“ in Immich, um Deine Fotos im Hintergrund automatisch sauber nach Jahr und Monat zu sortieren. Achtung: Wenn Du die Funktion nutzt, nachdem Du Deine App verbunden hast, landen Fotos nach unserer Erfahrung mit seltsamen Dateinamen in neuen Ordnern. Also besser vorher aufräumen?

Pixelunion bietet außerdem eine Anleitung, wie Fotos sich auf den eigenen Computer spiegeln lassen.

Nachtisch

Sicherheit nicht vergessen: Denke auch bei Fotos an die „3-2-1-Backup-Regel“: 3 Speicherorte an mindestens 2 unterschiedlichen Orten für Deine 1-maligen Daten. Ein Fotoserver allein ersetzt also (leider!) kein separates externes Backup.

Guten Appetit! Du hast einen riesigen Schritt zu mehr digitaler Unabhängigkeit gemacht.

And once you #DIDitteile unseren Wechselpost und inspiriere andere dazu, ihre digitale Privatsphäre selbst in die Hand zu nehmen!

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