Authenticator ohne Microsoft & Google
Der Google Play Store für Apps auf dem Android-handy ist zwar bequem und vorinstalliert, aber Google sammelt umfassende Daten über Deine App-Nutzung, erzwingt viele Updates und kann sogar Apps ohne Vorwarnung entfernen. Mit offenen Alternativen gewinnst Du Kontrolle über Deine Daten und Deine Apps zurück – und kannst auch viele Apps nutzen, die auf Basis offener Software in den Big-Tech-Stores nicht verfügbar sind.
Wer sein Gerät ohnehin „entgoogled“ hat (Wechselrezept „Handy ohne Google), kann ganz einfach auf alternative App-Stores wie F-Droid, Droid-ify oder die App Lounge zugreifen. Alle anderen Android-Nutzenden können das aber auch – zusätzlich zum bestehenden Google-Account und als datenfreundliche Alternative.
Google droht derzeit damit, unsere Freiheit weiter einzuschränken: App-Entwickler befürchten, dass Google den freien Zugriff auf Apps künftig abschalten will, und rufen zum Protest auf. Sie fordern: „Keep Android open!“.
Dabei sind Android-Nutzende gegenüber Apple-Fans sogar noch im Vorteil. Denn für Apple-Nutzende ist die Sache etwas schwieriger: Apple erlaubt es erst seit gut zwei Jahren, Apps aus anderen Quellen als dem Apple AppStore zu installieren, und die Auswahl ist (noch) gering. Wir beschränken uns daher in diesem Rezept auf Android-Handys und garnieren im Topping mit einigen Hinweisen für Apple-Nutzende.
Wir zeigen Dir in unseren Wechselrezepten einen einfachen Weg für den Abschied von Big Tech, aber es gibt auch andere. Um es Dir leicht zu machen, haben wir uns aber auf einen Weg, wenige Möglichkeiten konzentriert – ohne damit zu sagen, dass andere Möglichkeiten schlechter wären. Über die Kriterien für „gut“, „weniger gut“ und „schlecht“ lässt sich trefflich streiten: Uns geht es auf DI.DAY um einfache Wege für den Abschied von Big Tech (und nicht um Purismus oder reine Lehre). Bei unseren Entscheidungen berät uns unser Fachbeirat.
Auf folgender Seite findest Du eine Übersicht über die Alternativen:
am besten mit einem entgoogelten Betriebssystem (Wechselrezept „Handy ohne Google)
auf neue Apps, die weniger Daten sammeln
Bevor Du loslegst: Erstelle ein Backup Deiner wichtigsten Apps und Daten.
Beginne dann damit, auf Deinem Android-Smartphone die Installation von „Apps aus unbekannten Quellen“ zu erlauben. Gehe dazu in die „Einstellungen“, dann zu „Sicherheit“ oder „Apps“ und suche bzw. aktiviere die Option „Unbekannte Quellen“ oder „Unbekannte Apps installieren“. Nur dann kannst Du Apps installieren, die nicht aus dem Google Play Stores stammen. Auf Telefonen mit neueren Android-Versionen musst Du dies möglicherweise für jede einzelne App separat erlauben.
Die App F-Droid ist das Herzstück Deines neuen App-Regals; F-Droid ist sozusagen der „Bio-Supermarkt“ unter den App-Stores – hier findest Du nur Open-Source-Software ohne Tracking oder Werbung.
Lade die aktuelle Version der F-Droid-App von der offiziellen Website herunter. Übertrage die heruntergeladene Datei („APK“ – so enden die Dateinamen von Android-Programmen, die Abkürzung steht für „Android Package“) auf Dein Smartphone und installiere sie. Nach der Installation öffnest Du F-Droid UND aktualisierst die Liste der verfügbaren Programme.
Falls Du AUF einige Google- oder Closed-Source-Apps nicht verzichten möchtest, kannst Du über unter F-Droid (siehe oben) den Aurora-Store installieren. Der App-Store ermöglicht Dir den Zugriff auf alle Programme aus dem Google Play Store, aber ohne Google-Konto (und ohne Google-Tracking), wenn Du die App mit einem anonymen Konto nutzt. Du kannst dann Apps herunterladen, als würdest Du den offiziellen Store nutzen – gibst aber Deine Daten nicht preis.
Über den Aurora-Store kannst Du auch App-Käufe aus dem Google Playstore wiederherstellen, wenn Du Dich vorübergehend mit Deinem Google-Konto an- (und später wieder abmeldest).
Jetzt geht es daran, Deine am häufigsten genutzten Google-Apps durch datenschutzfreundliche Alternativen zu ersetzen. Nimm Dir Zeit, um diese neuen Apps kennenzulernen und ihre Funktionen zu erkunden. Durchstöbere das Angebot und installiere einige Basis-Apps wie zum Beispiel die datenschutzfreundlichere Firefox-Weiterentwicklung Fennec als alternativen Browser, eine E-Mail-App wie K9 oder die Kalender-App KashCal. In unseren Wechselrezepten findest Du weitere Beispiele.
Ein vermeintlicher Vorteil des Google Play Stores ist die automatische Aktualisierung Deiner Apps. In alternativen Appläden musst Du dies selbst in die Hand nehmen. F-Droid bietet unter dem Punkt „Aufgaben“ die „Paketquellenaktualisierung“ an. Ähnliche Funktionen gibt es auch bei Aurora („Updates“) und der „App Lounge“ unter dem alternativen Betriebssystem e/OS („Aktualisierungen“).
Weitere Appstore: Richte APKUpdater oder APKMirror als Backup-Option ein: Manche Apps sind weder in F-Droid noch über Aurora Store verfügbar. Für diese Fälle sind APKUpdater oder APKMirror eine gute Quelle.
Auch IzzyOnDroid ist eine hervorragende Quelle für gut kuratierte Opensource-Apps für Android.
Der neue Komi-Store läßt das Herz der Opensource-Szene aufgehen und bietet direkten Zugang zu den Paketinhalten der Code-Datenbank Github, die viele Entwickler nutzen.
Ganz ohne App-Stores lassen sich Apps auch installieren, per „Sideloading“. Du lädst die APK-Datei direkt von einer Webseite. Dies gibt Dir maximale Kontrolle, erfordert aber auch Vorsicht. Übe das Sideloading mit einer App, die Du bereits kennst. Lade die APK von einer vertrauenswürdigen Quelle herunter (wie zum Beispiel der offiziellen Website eines Entwicklers). Bevor Du die Installation startest, prüfe die Berechtigungen, die die App anfordert. Frage Dich, ob die App wirklich Zugriff auf Deine Kontakte, Dein Mikrofon oder Deinen Standort benötigt.
Aber Vorsicht: Nicht alle Apps aus alternativen Stores oder direkten Downloads sind auch immer sicher zu nutzen. Bei Zweifeln (an Herkunft oder Funktion) empfehlen wir, auf ein Programm zu verzichten.
And once you #DIDit – teile unseren Wechselpost und inspiriere andere dazu, ihre digitale Privatsphäre selbst in die Hand zu nehmen!
Für iOS-Nutzende empfehlen wir, möglichst viele Open-Source-Apps zu nutzen, die im App Store verfügbar sind (einige empfehlen wir auch in unseren Wechselrezepten). Einige der Apps, die du in F-Droid findest, gibt es auch für iOS – allerdings manchmal mit Einschränkungen, weil Apple strenge Regeln an App-Entwickler*innen hat.
Seit dem Inkrafttreten des Digital Markets Act (DMA) in der Europäischen Union im März 2024 muss Apple außerdem die Installation von alternativen App Stores auf iOS-Geräten in der EU erlauben. Dies ist zwar ein wichtiger Schritt für mehr Wettbewerb und Nutzerfreiheit, aber die Auswahl an AppStores ist aber leider noch begrenzt.
Mit der neuen Version iOS 27 und IpadOS 27 kannst Du aber immerhin den AltStore installieren: Rufe mit Deinem Handy die Seite im Browser auf und lade die Installationsdatei herunter. Dort lassen sich als „Sources“ (also Quellen für Apps) unter anderem Peertube via Framasoft sowie die Fediverse-App „Holos Social“ von Entwickler Thomas Schneider auswählen. Weil der AltStore noch neu ist, werden erst nach und nach weitere App-Verzeichnisse („Sources“) hinzukommen. Sideloading ist grundsätzlich auch in Verbindung mit einem zusätzlichen Computer möglich. Wir empfehlen diese Variante (https://faq.altstore.io/altstore-classic/how-to-install-altstore-macos) nur Expert*innen!
Authenticator ohne Microsoft & Google
Zusammenarbeiten ohne Google & Co.
Fotos ohne Google, Apple & Co.
E-Bücher ohne Amazon
Videostreaming ohne Youtube, Prime & Netflix
Shopping ohne Amazon
Videocalls ohne Zoom, Teams & Co.
Android-Handy ohne Google
Passwörter in Deiner Hand
Alternativen zu ChatGPT & Co.
Spotify zu fairem Musikstreaming
Kalender und Kontakte befreien
Unabhängige Daten-Clouds
Die eigene Nextcloud
Windows zu Linux Mint
Big-Tech-Karten zu Open Street Map
Microsoft zu LibreOffice & Co.
PayPal zu Wero
Chrome zu Firefox
Gmail zu unabhängiger E-Mail
Amazon zum Buchladen
Google zu anderen Suchmaschinen
WhatsApp zu Signal
X zu Mastodon